Besuch der Klimabotschafter von JANUN an der Schillerschule

Nur noch Regenwetter in Hannover – sowas schiebt man auch mal gerne auf den Klimawandel. Doch das ist nichts verglichen zu den Folgen, die andere Länder verspüren. Jeder von uns hat schon mal gehört, dass Gletscher schmelzen und die Wüste sich verbreitet. Doch was sind die Folgen für Menschen, die tatsächlich dort leben?

Wir, der bilinguale Biologiekurs von Frau Braun, hatten am 12.01.2018 die Möglichkeit, genau das heraus zu finden. Vom Projekt  JANUN kamen zwei Klimabotschafter zu uns: Marie, ehemalige Schillerschülerin, brachte Besuch aus dem weit entfernten Grönland mit –  Peter, ein junger Mann aus Grönland und Überbringer einer wichtigen Klimabotschaft, die mich mehr berührt hat als alle Projekte zum Klimawandel, an denen ich bisher beteiligt war. Der Vortrag teils auf Englisch teils auf Deutsch, ist weit mehr als nur eine Erläuterung wissenschaftlicher Fakten, wie es sonst oft der Fall ist: Peter fängt mit einem Überblick über die grönländische Kultur an, die Kultur der Inuit.

Erstmal Vorurteile ausräumen: man sagt Inuit, nicht Eskimo, und Iglus wurden selbst in vergangenen Zeiten nur für die Jagd genutzt. Dann spricht er über die grönländische Sprache, die schwer zu lernen ist, und besonders über die Nähe zur Natur, die der Kultur der Inuit innewohnt. Eine Natur, die durch unsere Lebensweise immer mehr verändert wird. Und das geht immer schneller: Peter selbst hat miterlebt, wie der Gletscher in der Nähe seines Dorfes immer weiter schrumpft – innerhalb der letzten zehn Jahre um so viel, wie er in den vorigen fünfzig Jahren zurückgeschritten ist. Auch die Kultur der Inuit ist durch den Klimawandel gefährdet: Alte Traditionen lassen sich durch die Veränderung der Natur nicht mehr wahren, zum Beispiel beim Fischen. Traditionen, die einen bedeutenden Kontrast zu unserer heutigen Konsumgesellschaft bilden – denn obwohl Peter auf die Frage einer Schülerin meinte, der Lebensstil sei nicht sehr anders im Vergleich zu unserem, sehe ich hier einen bemerkenswerten Unterschied: Nichts wird in Grönland verschwendet, wenn es um die traditionelle Jagd geht. Genaue Auflagen und Lizenzen stellen sicher, dass die Bestände verschiedener Tierarten nicht dezimiert werden. Und wer einen besonders großen Fang gemacht hat und etwas übrig hat, ruft einfach über Funk alle Schiffe in der Nähe, damit geteilt werden kann. Für mich ist dies Teil einer bitteren Ironie: Dass genau die Menschen, die der Natur so verbunden sind und so wenig zur Erderwärmung beitragen, die schlimmsten Folgen ertragen müssen.

Nach diesem eindrucksvollen Vortrag von Seiten Peters, stellt Marie ein Projekt vor, welches sich mit einem Land beschäftigt, das sich auf der anderen Seite der Erde befindet, jedoch nicht weniger am Klimawandel leidet: Dürre und Überflutung bedrohen Malawi. Eigentlich sollte der Klimabotschafter Joseph, der selbst aus diesem Land kommt, den Vortrag übernehmen. Da er leider verhindert ist, erläutert Marie an seiner Stelle ein Projekt, das einen kleinen Hoffnungsschimmer im Kampf gegen die Desertifikation blicken lässt: „2500 Kinder pflanzen 2500 Bäume“. Diese Obstbäume werden in den Dörfern Bedrohungen wie Austrocknung und Erosion eindämmen und gleichzeitig die Bevölkerung in einigen Jahren mit frischen Früchten versorgen. Und auch für uns gibt es eine Möglichkeit zu helfen: Nur zwei Euro kostet die Finanzierung eines einzigen Baumes. Deshalb wird unser Kurs die Möglichkeit nutzen, durch einen traditionellen Schillerschule-Kuchenverkauf Geld für dieses Projekt zu sammeln: Am 29.01.18 in der 1. und 2. großen Pause.

Aber abgesehen von allem, was in der Zukunft liegt, hat dieses Projekt sich bereits gelohnt und geholfen, uns die Menschen, die schon jetzt vom Klimawandel leiden, näher zu bringen.

Zoe und Lena, Biologie Bili-Kurs Jg. 12

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